28. Haspa Hamburg Marathon 2013

Begleiter – nein, Supporter für einen Marathon-Debütanten zu sein, ist eine anstrengende, verantwortungsvolle Aufgabe. Nur für geduldige, einfühlsame, nervenstarke Typen geeignet.
Die Laufstrecke sowie U- und S-Bahnpläne studieren, Durchlaufzeiten berechnen, Treffpunkte vereinbaren, das sollte man schon zu Hause akribisch vorbereiten. Am Abend voher nochmal die Checkliste durchgehen, Getränkeflaschen und spezielle Riegel, Schwamm und was der Läufer sonst noch unterwegs brauchen könnte, griffbereit einpacken.

Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) bietet für 10,40 Euro eine 5-Personen-Gruppenkarte an, ausreichend für die kleine Supporter-Gruppe, sogar eine Elbe-Rundfahrt mit der 62er Fähre bis Finkenwerder ist drin. Für Läufer gilt die Start-Nr. als Fahrkarte für die An- und Abreise. Wenn man seinen Läufer bei Kilometer 13, 26 und 39 treffen will, hat man ganz schön zu rennen.

Am Tag vor dem Lauf holt man die Startunterlagen ab und besucht bei dieser Gelegenheit, weil man da sowieso durchgehen muss, die sog. „Marathonmesse“. Dort gibt es alles, was das Herz des Läufers begehrt. Schuhe, Bekleidung und natürlich PowerGels, Energizer und die „Performance für lang anhaltende Energie“. Mit Refresher, so erklärte die junge Dame an einem Stand, fängt man an. Das ist sozusagen die Einstiegsdroge.

Sehr interessant sind diese KT-Tapes (Kinesio Tapes), die man sich auf diverse Körperteile klebt. Sie können u.a. „die Regeneration verletzter oder müder Muskeln und Gelenke beschleunigen“, so verspricht der Anbieter. Je 20 Stück Packung für 28,90 Euro, in Farben winner green, blazing orange oder laser blue. Damit könnte ich meine Lauffreunde am Samstag bestimmt mächtig beeindrucken.
Statt der Kompressionsstrümpfe in Leuchtfarben kommen jetzt individuell bedruckbare Beinlinge in Mode.

Am Tag des Rennens ist früh Aufstehen angesagt. Wetter ist super. Raus an die Strecke. Um 9.20 Uhr unter der U-Bahn bei den Landungsbrücken sind erst Wenige da. Man kann sich den besten Standplatz aussuchen, Sonne im Rücken, fein. Gegen 9.30 Uhr steigt die Spannung, es kommen mehr und mehr Zuschauer.

 
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Zuerst kamen die Handbiker. Der 36-jährige Vico Merklein (SNr.501) bewältigte die 42,195 km in 1:06 Stunden, das ist Rennradtempo, knapp 40 km/h. Viele der 62 Handbiker, darunter 3 Frauen, erreichen mit ihren Rennbikes Zeiten von 1:10 bis 1:20, einige 2:00 – 2:30 Stden und mehr. Das Handbike wird allein durch die Arme angetrieben. Das Vorderrad ist das Antriebsrad
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… dann die kenianischen Elite-Läufer. Hier nach ca. 37 Min bei Kilometer 12,4. Sie laufen knapp 3er Schnitt, d.h. 20 km/h. Eliud Kipchoge – in hellblau – stellt mit 2:05:30 Stden. einen neuen Streckenrekord auf. Yator (rechts) wird Siebenter in 2:13:42. Sechs Tempomacher sind dabei. Vier Polizisten auf Fahrrädern. Dazu Begleitfahrzeuge und Moto-Kameras. Oben der Hubschrauber. Ziemlich eindrucksvoll. Ist halt live, nicht Fernsehen.
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… dann die ersten 3 Frauen, eingerahmt von Pacemakern, mit großer Eskorte
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… dann dieses Meer von Läufern
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darunter auch Thomas (MaraThomi) und Arne, auf die wir gewartet hatten.

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Ist eben doch nicht so easy mit dem Marathon. Die erfahrenen Läufer wissen das. Kann immer etwas Unerwartetes dazwischenkommen. Kurz vorher eine kleine Erkältung einfangen – schon steht die Teilnahme auf der Kippe – monatelange Vorbereitung vergebens! Deshalb gilt, was unser lieber Werner uns beigebracht hat: Hauptsache ankommen!

Teilnehmerzahlen Marathon Hamburg 2013 lt. Ergebnislisten:
Männer 9.002 | Frauen 2.439 (21%) = 11.441 | Staffeln 1.381 (x4)| Handbiker/Rollis 64

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