Ja sind denn heute nur Holländer unterwegs!?
Roparun 2013 Hamburg – Rotterdam, Doorkomst Wörpendorff

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Wer am Pfingstsamstag Abend (18.5.) die Wörpedorfer Straße entlangschaute, konnte wirklich meinen, es wären nur Holländer unterwegs. In fast jeder Hofeinfahrt ein Kleinbus mit gelben Kennzeichen. Dazu auf dem Fahrradweg viele Gruppen aus Radfahrern mit rotblinkenden Leuchtwesten und Läufern dazwischen. Bis weit nach Mitternacht war die Gegend rund um den Wörpedorfer Kreisel fest in holländischer Hand. Auf den Parkplätzen standen etliche Kleinbusse und Wohnmobile.

Das war der „Doorkomst“ des Roparuns 2013: 93 Teams waren ab 13 Uhr in Hamburg gestartet, sie waren unterwegs nach Rotterdam, wo sie am Pfingstmontag ab 13 Uhr eintrafen. 566 Kilometer Strecke waren zu bewältigen, hier in Grasberg „Wörpendorff“ war der Checkpoint 3 bei 100 km eingerichtet.

Die Startzeit richtet sich nach der Geschwindigkeit, zuerst starten die langsameren (11 km/h) zuletzt die schnellen (16 km/h). Es ist so berechnet, dass die insg. 350 Teams aus Hamburg und Paris am Pfingstmontag gemeinsam zwischen 11 – 18 Uhr in Rotterdam einstreffen. Die jeweiligen Zeiten und Standorte der Teams lassen sich in Tracking-Listen im Internet verfolgen. Hier von Graberg aus – dem Checkpoint 3 – wurden die Durchgangszeiten direkt online übermittelt.

In Holland wird der Roparun in immer mehr Gemeinden entlang der Strecke wie ein Volksfest gefeiert. Die Straßen und Häuser werden geschmückt, viele Menschen stehen an den Straßen. Ähnlich wie in Wilstedt bei Nacht. Die Teilnehmer wählen die Roparunnerstadt des Jahres. Sie erhält 50.000 Euro Preisgeld. Dieses Geld kann für eines der Roparun-Projekte bestimmt werden. Der zweite Preisträger erhält 25.000 Euro, der dritte 12.500 Euro. Im Jahre 2012 hat die „Doorkomststad“ Almelo zusammen Zele in Belgien den 1. Preis erhalten. In Almelo gibt es extra ein „Doorkomstcomité“ das sich um alle Aktivitäten kümmert. Wie ein solcher „Doorkomst“ aussieht, zeigt dieses Video (Link zu YouTube).

Jedes Team besteht aus durchschnitlich 25 Personen. Davon sind 8 Läufer (Loper), von denen jeder rund 70 km in den 48 Stden. laufen muss, 4 Fahrradbegleiter (Fietser) die jeweils zu zweit je 280 km fahren, 4 Fahrer für das Begleitfahrzeug, 1-2 Masseure, 1 Teamleiter (Teamcaptain) und 6-8 Versorger. Vor allem die Logistik muss gut durchdacht und trainiert sein. 4 Läufer und 2 Radbegleiter sind jweils 4 Stunden im Einsatz, dazu 2 Fahrer. Der Wechsel erfolgt unterschiedlich, bei den Läufern z.T. schon nach 1.1/2 oder bei 5 Kilometern, bei den Fahrradfahrern nach je 50 km. Danach haben diese 4 Stunden Ruhezeit für Essen, Schlafen usw. Mehr als 2 Stunden zum Schlafen kämen sie nicht, hieß es. Für Verpflegung müssen die Teams selbst sorgen. Rund ein Jahr Vorbereitungszeit, so wurde gesagt, müsste ein Team für die Vorbereitung rechnen.

Die Fahradradfahrer haben ein Navi sowie eine Routenbeschreibung dabei. Außerdem sind sie gut beleuchtet, haben Stirnlampen und die in Holland für Radfahrer vorgeschriebenen Warnwesten mit blinkenden roten Lämpchen. Ab Grasberg musste wegen der Baustelle in Lilienthal ein Umleitung über den Wiesendamm – Timmersloher Str. nach Borgfeld gelaufen werden.

Die Organisation (die „Organisatie“) scheint nahezu perfekt zu sein. Am Samstag Nachmittag stellte eine Truppe die Zelte für das Team des Kontrollpunktes auf, lieferte die Ausrüstung wie Sitzbänke, Ruheliegen und Generatoren sowie Verpflegung an. „Wir bringen alles selbst mit und hinterlassen keinen Abfall“, hieß es. Dixiklos waren natürlich vorhanden, die stehen auch alle 25 km an der Strecke.

Leider wurde der diesjährige Roparun durch einen tragischen Unfall überschattet: Ein 49-jähriger Motorradfahrer kam bei der Anreise 30 km vor Hamburg unverschuldet ums Leben.

Als einziges deutsches Team war das Norder Energie team (108) dabei. Die Sportler vom SV Norden bewältigten die 566,6 km Strecke in 48:49:45 Stden. (11,6 km/Std. bzw. knapp 5er Schnitt). Sie waren sogar etwas schneller als geplant. Ich habe sie an der L133 kurz vor Ostertimke fotografiert.
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So herzlich, freundlich und begeistert wie sich die Holländer hier gezeigt haben, habe ich selten Läufer erlebt.

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Hier die Läuferin vom Team 136 „Daar lopen we voor“ mit Fahrradbegleiterin an der L133 zwischen Kirch- und Ostertimke.

Im nächsten Jahr zu Pfingsten 2014 sollte man den Roparunnern, die am Samstag, d. 7. Juni 2014 in Hamburg starten, auch mal einen herzliches „Doorkomst“ in Grasberg bereiten.
 
www.roparun.nl. (Alle Infos, auch Videos/Fotos 2013)

Roparun-Flyer-2013  (PDF)

(Matthias Lindner 20.05.13)

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