Grillstedt bei Nacht 2007

Ein Phänomen namens „Wilstedt bei Nacht“ taucht alljährlich in dem sonst beschaulichen Dorf auf. Wie ferngesteuert, strömen Fahrzeuge aus allen Himmelsrichtungen in den Ort. Tausende Läufer/innen richten es sich für rund sechs Stunden im Stadion wohnlich ein. Bald steigen Rauchsäulen von unzähligen Grillfeuern auf und Bratwurstduft- Schwaden ziehen durchs Stadion.
[inspic=1011,left,fullscreen,thumb]Das Equipment wird immer umfangreicher: kamen die Sportler vor 25 Jahren vermutlich noch mit kleiner Sporttasche, im Ballonseidenanzug und Baumwoll-T-Shirt mit einfachen Turnschuhen, so werden heute Stühle, Tische, Kisten, allerlei Haushaltsgerät und vor allem reichlich Verpflegung fester und flüssiger Art herangeschleppt. Man sieht Pavillon-Ensembles, natürlich mit Schild, wer drin wohnt. Es fehlt eigentlich nur noch Grölemeyer, dann wäre das „Wilstedt-Runners-Open-Air-Festival“ perfekt!
Aber es geht hier ums Laufen! So ganz ernst nehmen muss man das nicht, obwohl sich einige intensivst warmliefen. Die Spitzenplätze, und die allein werden hier zeitgestoppt und prämiert, sind ohnehin mit den üblichen Verdächtigen besetzt: Torsten Naue (Schnellster in 33:24 / 10 km ), Birte Bultmann (36:26) Rebecca Weise-Jung, Gerrit Lubitz usw..
Weshalb allerdings unsere Gabriele, die sich beim 5 km Lauf in aussichtsreicher Position befand, so kurz vor dem Ziel aufgab und damit womöglich einen Podiumsplatz verschenkte, wird wohl ein Rätsel bleiben.
Für den Normalläufer gilt die SB-Zeitnahmeregelung. Man schaut im Ziel auf die Anzeigetafel und vergleicht mit der selbst gestoppten Zeit. Natürlich ist jeder ganz ehrlich, wobei die Zeitdifferenz bis zum Überqueren der Startlinie und die durch den Stau am „Wilstedter Berg“ verlorene abgezogen wird. Das ist in Berlin auch so! Wenn schon der bei manchen Läufern allzeit eingeschnürte Champion-Chip nicht funktioniert (aus Kostengründen werden keine vollständigen Ergebnislisten erstellt), so hallt ersatzweise desöftern der Song „We are the Champions““ (s.u.) durchs Stadion. Dann sind alle Champions und fühlen sich glücklich.
Auf der 5 km Rundstrecke, die durch den Ort führt, sorgten einige Bands plus private Anlagen mit fetziger Musik für Abwechslung. Die Laufstrecke wurde von vielen gesteckten (leider arg stinkigen) Fackeln illuminiert. Die Gartenschläuche bzw. Sprenger brachten wohltuende Abkühlung, denn trotz der nächtlichen Stunde war es recht warm bis schwül.
[inspic=1009,left,fullscreen,thumb]Nach dem Lauf freuten sich alle aufs Buffet, das wiederum reichlich mit leckeren Sachen bestückt war. Es gab Gelegenheit zur Unterhaltung und Geselligkeit. Mit insg. 60 Teilnehmern war der TSV-Worpswede diesmal die zweitstärkste Gruppe, dafür durfte Marlies einen Pokal in Empfang nehmen.
Zum Abschluss gingen wie immer die Lichter aus, ein Zeichen dass das Feuerwerk beginnt. Das war zum Silberjubliläum besonders prächtig, endete gegen Mitternacht mit einer „25“ am Himmel und wurde von vielen „Ah’s“ und „Oh’s“ begleitet. Schnell leerte sich dann das Stadion, die Abfahrt der vielen Fahrzeuge verlief reibungslos. Kompliment an die Organisatoren und Helfer!
Bericht im „Weser-Kurier“ Sonntags-Ausgabe vom 03.06.07, hier das Exklusiv-Interview mit Harry Kück beachten. Allerdings, dass das „Doping“ aus kaltem Zitronentee bestand, kann ich nicht bestätigen. Oder wird der neuerdings in Haake-Beck-Flaschen abgefüllt?
Einige Bilder von „Wilstedt bei Nacht 2007“ gibts hier.
Infos, evtl. weitere Bilder: www.abendlauf.de
Kann vielleicht jemand schildern, wie es vor 25 Jahren war – oder hat Bilder von damals? (Matthias Lindner, 03./04.06.07)
„We Are The Champions“ von Queen / written by Freddie Mercury
[inspic=1022,left,fullscreen,thumb]We are the champions – my friends
And well keep on fighting – till the end –
We are the champions –
We are the champions
No time for losers
cause we are the champions – of the world –

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